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Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht:
Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.
(5.Mose 15,11) |
Und
in Deutschland sind acht Millionen Menschen von Armut bedroht:
Beschäftigte im Niedriglohnsektor, Rentnerinnen, alleinerziehende
Mütter mit Ihren Kindern.
Über die Frage, wie man Armut definiert,
kann man sicher streiten. Dabei spieln viele Zahlen eine Rolle:
internationale Vergleiche, EU-Statistiken, das mittlere Einkommen, die
Schwelle zum Sozialtransfer.

Aber
Armut ist eben nicht nur eine Frage des Einkommens. Der letzte Armuts-
und Reichtumsbericht der Bundesregierung stellt erstmals fest, dass
Armut wie Reichtum von den Bildungs- und Teilhabechancen abhängt. Wenn
sich nichts ändert in unserem Schul- und Ausbildungssystem, werden wir
es bald schon mit 20 % „Abgehängten” zu tun haben. So groß ist nämlich
die Zahl der jungen Leute ohne angemessenen Schul- und Lehrabschluss.
Verschwindet
die Armut wirklich niemals aus unserem Land? Aus unserer Welt? Es sieht
ganz so aus. Auch das Ziel, die absolute Armut in der Welt bis 2015 zu
halbieren, werden wir wohl nicht erreichen. Dabei mangelt es nicht an
Geld, sondern an Phantasie und Bereitschaft zum Teilen. Auch wir
Christen tun uns oftmals schwer, die Hände und die Kirchentüren zu
öffnen.
Und doch geschieht es: Kinderkleiderkammern,
Schultütenaktionen, Lernmittelläden von Gemeinden tragen dazu bei.
Christen engagieren sich in der Tafelbewegung, Gemeinden gegen Armut
und Ausgrenzung. Sie machen die Türen auf und laden andere an ihren
Tisch ein – wie Jesus es gewollt hat. Denn solange andere wie der arme
Lazarus (Lukas 16,19 ff) nur von den Resten leben, die wir von unserem
Reichtum übrig lassen, kann sich nichts ändern in der Welt.
Und
doch wäre es möglich. Skandinavien und die Niederlande sind diesem Ziel
in den 80er Jahren sehr nahe gekommen. Sie haben für eine Verbesserung
der unteren Einkommen gesorgt und damit die „Mitte der Gesellschaft”,
von der jetzt soviel die Rede ist, gestärkt.
In den letzten
Jahren ist zwar auch dort der Abstand zwischen den oberen und unteren
Einkommen wieder gewachsen. Aber Wege der Veränderung sind möglich!
Lassen wir uns im Herzen berühren, wie Gott es möchte!
Ihr Pfarrer Diethelm Eckhardt
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Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge | 
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