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Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2010

 


Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen.
(Offenbarung 3, 8)


Ich habe dir eine offene Tür gegeben:
Bei mir löst diese Zusage unseres Monatsspruchs ein sehr positives Gefühl aus.
Jesus sagt dies ja der Gemeinde in Philadelphia, in einem der sieben Sendschreiben an die Gemeinden in Kleinasien.

Wer schon mal eine Wohnung, Garage oder andere Räumlichkeit gemietet hat kennt das: Bevordie Tür ist offen! man den Mietvertrag unterschreibt, macht man eine Besichtigung. Und der Verwalter oder Eigentümer der geht voraus, und er öffnet die Tür und lädt einen dann ein und sagt: „Hier ist die Wohnung, die Tür ist offen, Sie können sie besichtigen. Schauen sie sich um und sagen sie mir dann, ob sie die Wohnung wollen.“
Und diese Zusage gibt Jesus einer kleinen Gemeinde in einer Stadt voller Religion und Götzendienst. Und sagt:
„Ich habe dir die Tür geöffnet, und wenn ich geöffnet habe, dann kann sie niemand mehr schließen. Und wenn ich sie aber schließe, dann kann sie auch niemand öffnen.“

Habt ihr auch schon einmal den Kopf an einer Tür angeschlagen weil ihr geglaubt habt, sie sei offen? Du musstest dringend aufs WC, du rennst die Türe fast ein. Aber: die Tür ist verschlossen, das WC ist besetzt. Pech.
Vor kurzem wollte ich im Laden unten an der Ecke etwas kleines kaufen. Ich prüfte an meiner Hosentasche, ob ich den Schlüssel dabei hatte. Unsere Haustür hat ein Schnappschloss. Als ich gerade draußen war, schaute ich nochmal in der Hosentasche nach, ob der Schlüssel da war. Aber o Schreck: es war nicht der Hausschlüssel den ich drin hatte, sondern meinen Autoschlüssel. Den Schlüssel für die Haustür habe ich im Körbchen neben dem Telefon oben liegen gelassen. Und so stand ich auch vor verschlossener Tür, in Hemd und Hose, und es war kalt.

Verschlossene Türen gibt es aber auch auf unserem Lebensweg. Nicht alles was wir versuchen, will klappen. Man kommt irgendwie nicht weiter. Man steht wie vor verschlossenen Türen: bei der Jobsuche, wenn es um Entscheidungen geht, in der Familie, in der Zukunftsplanung. Irgend jemand schlägt einem die Tür im letzten Moment vor der Nase zu. Manchmal steht man auch im Gemeindeaufbau, in der Verbreitung des Evangeliums vor verschlossenen Türen.

Aber dann gibt es auch Türen die geöffnet wurden. Türen durch die wir schreiten können. Manchmal öffnet sich uns eine Türe, wenn wir aus einer inneren Gefangenschaft in die Freiheit kommen, weil uns Gott die Tür in die Freiheit geöffnet hat.
Ganz real erlebten es ja Petrus und andere Jünger, als der Engel
Gottes in der Nacht kam und ihnen die Tür des Gefängnisses öffnete. Manchmal sind es auch Wege die wir unter die Füße nehmen müssen, wir müssen durch eine offene Tür, und Gott lädt uns in neue Räume ein. Und wir sind dann wie ein Kind, das ängstlich aber auch neugierig die Tür öffnet, sich langsam vorwärts tastet, weil es ja nicht weiß, was es im neuen Raum antrifft. Aber es weiß, es will durch diese Türe gehen.

Die kleine christliche Gemeinde in Philadelphia konnte in ihrer
Umgebung nur wenig bewirken. Zusätzlich werden die Christen von
anderen Bewohnern der Stadt bedrängt. Allerdings ohne Erfolg.
Denn in großer Geduld nahm sie alle Demütigungen hin.
Umso größer war ihre Überraschung, als sich der erhöhte Jesus in ihre
ausweglose Situation einschaltet. Er weiß, dass sie oft im übertragenen und im eigentlichen Sinn im Gefängnis saßen. Darum will er die Türen dieser und der ewigen Welt aufbrechen und ihnen Möglichkeiten schenken, von denen sie nicht einmal träumen konnten.
- Christus weiß genau, hinter welchen verschlossenen Türen wir sitzen und wie oft wir keinen Schlüssel finden, der uns befreit. Den Christen in Philadelphia und allen, die eingeschlossen sind in Gefängnissen dieser Welt, verspricht er:
"Ich werde alle Türen aufschließen und euch Freiheit schenken, die keiner verbieten kann."

Gott sei Dank steht die wichtigste Tür in meinem Leben immer offen: der Weg zu Gott. „Christus spricht: Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen.“ Auch wenn ich manche Gelegenheit im Leben nicht nutze, ich manchen Weg gehe, der sich im Nachhinein als falsch erweist, oder mancher Zugang mir verschlossen bleibt – mein Leben ist immer offen zu Gott. Ich bin niemals in einer Sackgasse, sondern er zeigt mir immer einen Weg, hält mir immer eine Tür offen. Er gibt mir das Vertrauen, dass ich mich nie ins Sinnlose verrennen werde. Und das gibt mir Mut auf meinem Weg durchs Leben! Das gibt mir auch den Mut, an manche stolze Pforte zu klopfen – auch wenn sie mich auf den ersten Blick einschüchtert.
Und dann, ganz am Ende meines Lebens, da wird dann noch eine letzte Tür sein, durch die ich gehen muss. Aber auch da, verspricht mir Jesus, gehe ich nicht ins Leere. Wenn ich durch diese letzte Tür gegangen bin, dann bin ich ganz bei ihm. Und bis es so weit ist, darf ich das Leben genießen und nutzen.

Herzlich grüße ich Euch, auch im Namen der Kirchvorsteher und Mitarbeiter.        

Euer Pfr. Bernhard Fuß



 ©  Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge

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