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weitere Gedanken zum Monatsspruch März 2011Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, denn von ihm kommt meine Hoffnung (Psalm 62,6)
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Wie
oft fühlen wir uns in unserm Alltag gehetzt und getrieben. Eine
übergroße Fülle von Aufgaben lastet auf uns, so dass wir manchmal gar
nicht wissen, wie wir sie bewältigen sollen. Die Anforderungen an die
Menschen, die im Berufsleben stehen, werden immer extremer. In Zeiten
knapper Kassen werden Arbeitsstellen gekürzt, um Personalkosten zu
sparen. Diejenigen, die Arbeit haben, müssen oft das
erledigen, wofür es zuvor zwei oder drei Stellen gab. Aber auch
diejenigen, die keine Arbeit haben, kommen innerlich nicht wirklich zur
Ruhe. Sie machen sich Sorgen, wie es mit ihnen weitergehen soll.
Wird es gelingen wieder eine Arbeit zu finden? Und wird das
Einkommen ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten? Es gibt
vieles, was unser Leben unruhig macht. Sorgen um die Gesundheit, Sorgen
um die Zukunftsperspektiven, die eigenen und die der Kinder. Wo finden
wir Kraft, damit uns Sorge und Unruhe nicht niederdrücken und krank
machen? Immer mehr Menschen unserer Zeit sehnen sich nach Ruhe und
Geborgenheit, finden sie aber dennoch nicht. Die gigantische Fülle von
Eindrücken der multimedialen Welt, die zum Bersten vollen
Terminkalender, die Fülle der Verpflichtungen, Zeitdruck, Sorgen,
Ängste und Nöte lassen uns keine Ruhe finden, machen uns krank oder
rauben uns den Schlaf.
Wie wohltuend und befreiend sind da die
Worte des Psalmbeters. Da gibt es offenbar jemanden, dem ist es
gelungen – trotz allem –innere Ruhe zu finden. Und dieser Jemand ist
nicht etwa ein Aussteiger, der sich vom aktiven Leben zurückgezogen hat
oder ein Einsiedler, der allein auf einer einsamen Insel zubringt,
abseits vom Geschehen unser alltäglichen Welt. Dieser Jemand ist
niemand anders als der große König David.
Wer sich ein wenig mit
dessen Leben beschäftigt hat, der weiß, wie spannungsgeladen viele
seiner Tage waren. Es gab Menschen in seiner Umgebung, die voll Neid
auf ihn schauten, ihn beleidigten, verleumdeten, versuchten, ihn vom
Thron zu stürzen und seinem Leben ein Ende zu bereiten. Aber trotz oder
gerade in dieser Lage, die von Angst und Unsicherheit geprägt war,
komponierte David dieses Lied des Vertrauens.
Bei Gott findet
er, wonach er sich zutiefst sehnt, Frieden und Geborgenheit, so dass er
getröstet und zuversichtlich sagen kann: „Bei Gott allein kommt meine
Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.“
Der
christliche Liedermacher Martin Pepper hat in einem Lied geschrieben:
„Siesta – in der Ruhe liegt die Kraft. Siesta – weil die Stille neues
Leben schafft.“ Das ist ein Geheimnis, das wir immer wieder erleben
dürfen, wenn wir uns in die Stille begeben. Gott kann (und wird) in uns
neues Leben schaffen. Er ist die Hoffnung, auch dann, wenn das Leben
hoffnungslos erscheint. Auch dann, wenn Manches in uns vom Absterben
bedroht ist.
Was hätte wir gemacht? Was mancher vielleicht getan
hätte, tat er gerade nicht: Er stürzte sich nicht in eine
Rettungsaktion, sondern er ging in den Tempel. Er krempelte nicht
gleich die Ärmel hoch, sondern faltete die Hände. Er machte keinen
Lärm, sondern wurde still vor Gott. Das ist beneidenswert, wenn sich
einer nicht vom Alltag sein Programm diktieren lässt, wenn ein Mensch
nicht eines Tages feststellen muss, dass er nur noch wie ein Blatt vom
Winde hin- und hergetrieben wird, nicht mehr selber lebt, sondern nur
noch gelebt wird.
Glücklich der Mensch, der nicht nur still wird
über irgendeinem Buch oder beim Hören schöner Musik, sondern still wird
vor Gott. „Still sein heißt nicht“, so hat Dietrich Bonhoeffer gesagt,
„untätig sein, sondern einatmen den Willen Gottes; heißt angespannt
horchen und zu gehorchen bereit sein. Die Stunde der Stille ist … aber
doch immer eine Stunde der Seligkeit, denn sie ist eine Stunde, die in
der Ruhe Gottes gelebt wird.“ So Bonhoeffer. Wer still wird beim
Hören auf Gottes Wort, beim Beten und – das ist ganz wichtig – auch
beim Schweigen vor Gott, der entdeckt, wie auf einmal die eigenen
Sorgen kleiner werden, die Hetze zu Ende ist, der Lärm vorbei, die
Angst an Macht verliert und die Tränen getrocknet werden.
Diese
Ruhe gibt es sonst nirgendwo auf dieser Welt. In dieser Stille
verstummen auf einmal die vielen Fragen meines Herzens. Aus dieser
Stille heraus kann ich Menschen ganz gelassen entgegentreten. Selbst
die großen wirtschaftlichen und politischen Ereignisse sehe ich dann
unter der Herrschaft Gottes. Ich weiß mich einzig und allein in Gottes
Händen. Ich weiß mich dann bestens aufgehoben. Nur in Gott gibt es
richtige Stille, so wie es der Kirchenvater Augustin gesagt hat: „Herr,
Gott, zu dir hin hast du alles geschaffen. Und unsere Seele ist
unruhig, bis sie Ruhe findet in dir.“
Die nach Fasching am
Aschermittwoch beginnende Passionszeit will uns nicht den Spaß am Leben
verderben, sondern uns durch Stille zu neuem Leben verhelfen. Ich lade
Dich ein, in dieser Passionszeit die Ruhe und Stille zu suchen und Dich
auf das Werk dessen zu besinnen, der uns das Leben in Fülle schenkt:
Jesus der gekreuzigte und auferstandene Herr.
Im Namen auch unserer Kirchvorsteher und Mitarbeiter
Dein Pfarrer Fuß
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