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Monatsspruch November 2011

Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.
Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm.
Nahum 1,7


Wenn ich unseren Monatsspruch lese, denke ich an Bilder aus meinen Kindertagen, die ich mir vorstellte, als wir das von mir schon damals geliebte und von Dr. Martin Luther gedichtete Lied „ein feste Burg ist unser Gott“ sangen.
Jedes mal umgab mich dann ein Gefühl der Geborgenheit. Damals konnte ich noch nicht erfassen, welche Wucht, Kraft und Glaubensstärke aus diesem Lied spricht:
Gott als feste Burg! Egal, was kommt und
„Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr’, Kind und Weib: Lass fahren dahin,
Sie haben’s kein Gewinn, Das Reich muss uns doch bleiben.“

Können wir in ebendieser Weise von unserem Glauben reden, wie Luther, der in vielerlei Leid und Not geraten ist wegen seines Glaubensweges.

Auch heute ca. 500 Jahre später hat dieses Lied nichts von seiner Aktualität verloren.
In vielen Teilen der Welt kostet es das Leben, wenn man nur eine Bibel besitzt oder sich mit anderen im Hauskreis trifft. Da werden bestehende Kirchen gebrandschatzt und Christen bestialisch ermordet.
Wie schon in den ersten Tagen von römischen Kaisern. Und dennoch werden die Christen dort nicht weniger. Und dennoch wachsen dort die Gemeinden, wo Christen verfolgt werden.
Wer einmal die Liebe und Kraft Gottes gespürt, erlebt hat und davon berührt wurde, kann nicht anders, als an diesem Herrn aller Herren festzuhalten.
Ein weiteres schönes Bild für diesen Vers aus Nahum 1 sind die Kirchenburgen, die vor allem noch in Siebenbürgen zu sehen sind. Noch trutziger wehrhafter als unsere schöne Wehrkirche in Lauterbach.
Dort kann man auch viele Türen und Klappen sehen, hinter denen sich Räume für Vorräte befinden. In früheren Zeiten konnten die Bewohner des Dorfes im Notfall auf die „Kirchenburg“ fliehen und in ihrem Schutz bleiben.
Wie können wir nun diese zuversichtlichen Worte Nahums mit den Berichten zusammenbringen, die wir täglich in den Nachrichten hören und in den Zeitungen lesen? Wir hören von Katastrophen, die unterschiedliche Ursachen haben, bei denen meist viele Menschen sterben oder vieles an eigenem Hab und Gut verloren geht.

Bei den einen führt dies zur Abkehr von Gott, weil Gott scheinbar nicht eingegriffen hat und als tot und machtlos erlebt wird.
Bei anderen bewirken diese Nachrichten, Bilder und Erlebnisse jedoch das ganze Gegenteil. Menschen fühlen sich zu Gott hingezogen, fliehen in seine Burg.
Oder um es mit einem anderen Bild zu sagen: Sie bergen sich unter seine Flügel, wie Küken, die den Schutz der Mutter suchen.

Bei uns ist dieser Glaube, der Gott alles zutraut seltener geworden.
Wozu auch. Uns geht’s doch gut, denken manche.

Zu lange Phasen von Wohlstand und äußerlichem Frieden bekamen schon früher, weder dem Volk Israel besonders gut noch allen anderen Völkern von denen die Bibel berichtet. Es kam immer wieder zu den gleichen Verfehlungen, die letztlich das System aus sich selbst heraus kaputt machten. Alle großen Weltreiche sind dadurch im Laufe der Geschichte kaputtgegangen.
Auch unsere Gesellschaft steht in diesem Sinn betrachtet auf der Kippe. Als sich damals der Prophet Jona nach vielen Umwegen, von Gott geschickt, auf den Weg nach Ninive machte – geschah eines der erstaunlichsten Phänomene in der Bibel überhaupt! Gott änderte seinen Beschluss und gab der Stadt einen Aufschub.

Warum änderte er seine Absicht? Ninive hörte die Botschaft und tat Buße, kehrte um. Alle Geschichte bis in unsere Tage bekräftigt die Worte aus Psalm 145,8:

„Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Güte!“

Dies ist unsere Lebensgrundlage als Nachfolger Jesu! Dies ist die Lebensgrundlage für diese Welt! Wenn es nicht so wäre – wäre keine Gnadenzeit mehr in dieser Welt. Keine Zeit mehr, um sich für den Herrn dieser Welt – Jesus – zu entscheiden.

Auch Nahum kannte die Güte Gottes und er wusste sehr wohl, dass Gott alles kann, nur nicht die enttäuschen, die ihm vertrauen. Sein Name bedeutet „Trost“ oder „Mitgefühl“, und seine Botschaft war für das Volk sicherlich ein Trost. Eine Feste zur Zeit der Not sein und dem Allmächtigen bekannt sein, weil ich auf ihn vertraue, dies ist ein großes Vorrecht.
Das meint: Gott ist gütig, er ist gut zu uns, er kennt uns und will uns nahe sein und schützen. Er hat ein Interesse an unserem Leben, an unserem Wohlergehen. Aus diesem Grund hat er seinen Sohn Jesus zu den Menschen gesandt, damit diese spüren, wie sehr Gott an ihnen interessiert ist.

Herzlichst grüße ich Euch alle im Namen unserer Kirchenvorsteher und Mitarbeiter                    
Euer Pfr. Bernhard Fuß


 ©  Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge

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