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Monatsspruch September 2011

Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
(Matth. 18,20)


Gottesdienst - „Gottgibt“Dankstelle - Dankstelle

Weshalb gehst Du zum Gottesdienst oder eben nicht? Weil Dir das Programm gefällt oder bleibst zu Hause, weils dir nicht gefällt?
Oder du möchtest einige deiner Freunde treffen und ein bisschen mit ihnen zusammen sein?
Oder Du bist derart runter und fix und fertig, dass Du hingegangen bist, um dir wieder einen neuen "Kick" für die kommende Woche zu holen.
Ich weiß, das klingt sehr stark nach Drogensucht und ist dem auch vermutlich sehr ähnlich.
   Oder einfach ausgedrückt: Du bist gekommen, um Dich auf die eine oder andere Weise bedienen zu lassen, sei es nun von den Mitarbeitern oder - etwas geistlicher ausgedrückt - von Gott selbst dienen zu lassen. Er ist der Servierboy und wir lassen uns bedienen. Dass es dann auch am Service immer etwas auszusetzen und zu nörgeln gibt, ist nun mal auf der ganzen Welt so üblich.

Sicher merkt Ihr worum es mir in dieser krassen Überzeichnung geht.
Leider entsprechen die Vorstellungen über den Gottesdienst oft eher der eben ausgeführten Schilderung als etwas anderem.
Nicht Gott steht im Zentrum, sondern wir selbst - unser Empfinden, unsere Gefühle, unser Wohlergehen oder eben auch unsere Anliegen und Nöte.
   Was ist falsch gelaufen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir zurück in die Bibel zu den ersten Gottesdiensten:
   »Es waren auch einige Frauen dabei, darunter Maria, die Mutter von Jesus, und außerdem seine Brüder. Sie waren einmütig beieinander und beteten beharrlich miteinander. An einem dieser Tage hatten sich etwa 120 Personen versammelt « (Apostelgeschichte 1,14.15)
   »Sie hielten beharrlich an der Lehre der Apostel fest, an der geschwisterlichen Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den gemeinsamen Gebeten. Tag für Tag kamen sie einmütig im Tempel zusammen, und in ihren Häusern brachen sie das Brot und trafen sich mit jubelnder Freude und redlichem Herzen zu gemeinsamen Mahlzeiten. Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk angesehen.
Täglich fügte der Herr solche, die gerettet wurden, ihrer Gemeinschaft hinzu.« (Apostelgeschichte 2,42.46-3,1)
   »Die Gläubigen waren eines Sinnes und trafen sich regelmäßig in der Säulenhalle, die man Salomohalle nannte.« (Apostelgeschichte 5,12b)
In der Apostelgeschichte fallen im Blick auf die Gottesdienste der ersten Gemeinde zwei Dinge spontan auf:
Einmütigkeit und Gebet! Der Sinn und Inhalt der Gottesdienste der ersten Christen war es also, zusammenzukommen, um miteinander in Einmütigkeit Gott zu loben (Römer 15,6) und zu beten.
Die Predigt und Belehrung sowie andere Aspekte waren offensichtlich nicht unwichtig, aber für den Gottesdienst selbst nebensächlich! Und augenscheinlich haben sie diejenigen gezählt, die zum Gebet zusammengekommen sind.
Das wirft für uns heute einige beängstigende Fragen auf.

Was ist uns heute wichtig im Blick auf den Gottesdienst? Welchen Stellenwert geben wir der Einmütigkeit und dem Gebet?

Interessant ist, dass nachdem die Einmütigkeit der ersten Christen in Apostelgeschichte 6 durch das Murren innerhalb der Gemeinde beendet wurde, auch das Ausmaß der Massenbekehrungen, Wunder und Heilungen beeinträchtigt wurde!
Im Zusammenhang mit der Einmütigkeit lesen wir noch in Kapitel 5, dass alle Kranken geheilt wurden, nachher hören wir nur noch von einzelnen Heilungen und Wundern!
Nur in der Erweckung in Samaria in Kapitel 8 ereigneten sich wieder ähnliche Zustände, aber auch wieder im Zusammenhang mit der Einmütigkeit der Zuhörer (V.6).
Es liegt ganz bestimmt nicht an Gott, wenn Seine Macht unter uns wirkungslos bleibt, sondern vielmehr an unserer Entscheidung und Bereitschaft, einmütig oder eines Sinnes sein zu wollen.
»Gilt bei euch so etwas wie eine Ermutigung, Christus zu folgen? Gilt ein tröstender Zuspruch, der aus der Liebe kommt; eine Gemeinschaft durch den Heiligen Geist, ein herzliches Erbarmen? Dann macht doch meine Freude vollkommen, indem ihr in derselben Einstellung und Liebe von ganzem Herzen zusammensteht und nichts aus Streitsucht oder Ehrgeiz tut! Seid vielmehr bescheiden und achtet andere höher als euch selbst! Denkt nicht nur an euer eigenes Wohl, sondern auch an das der anderen! Eure Einstellung soll der von Jesus Christus gleichen« (Philipper 2,1-5)
Warum ist es so schwierig Leute für gemeinsame Gebet und Gottesdienst zu begeistern?
Auch am Lobpreis und der Anbetung, die ja Formen des Gebets sind, stoßen sich zuweilen manche. Denn Gebet hat eben etwas mit geben zu tun, und das wird zugegebenermaßen schwierig, wenn man mit der Absicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen!
»Jesus sagte seinen Jüngern auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht nachlässig werden sollten.« (Lukas 18,1)

»Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas!« (1.Korinther 14,26a) 

Wenn wir uns alle wieder in Einmütigkeit zum Gebet versammeln und das Gebet die Hauptsache unseres Gemeindelebens ist, dann braucht es keine Spezialisten oder besonders Begabte. Dann findet keine Veranstaltung mit einem gut vorbereiteten und eingeübten Unterhaltungsprogramm statt! Denn dann kommen wir zusammen, um Gott und einander zu dienen und nicht, uns bedienen zu lassen. Dann wird der Lobpreis und die Anbetung zu einem großartigen Erlebnis und werden sich Dankgebete mit Fürbitten und Jubel vermischen zu einem gewaltigen Gebet, dass vor den Thron Gottes dringt!

Ihr Lieben, davon träume ich - und ich bin mir sicher, dass es eigentlich einer der Träume Gottes ist, an dem er mich teilhaben lässt.
Euer
Pfarrer Bernhard Fuß

 ©  Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge

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