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Kirchvorsteherrüstzeit in Vielau Schon
lange hatten wir es uns vorgenommen. Schon kurz nach meinem
Dienstbeginn hier bei Euch in Lauterbach: Wir wollen uns zu einer
Kirchvorsteherrüstzeit treffen, um uns einmal außerhalb unseres
Dienstes persönlich ausführlicher zu begegnen und näherzukommen als das
im Getriebe des Alltags möglich ist. Außerdem wollten wir über unsere
Gemeinde nachdenken. Sehen, was der Stand ist und fragen, was brauchen
wir als Lauterbacher Kirchgemeinde für den Gemeindeaufbau.
Nun
war es also soweit: Vom 15.-17. April trafen wir uns in Vielau auf der
Lutherhöhe. Eingeladen hatten wir zum Thema „Begeisterung für wachsende
Gemeinden“, Pfr. Dieter Keucher einen Mann der Praxis, der in Chemnitz
in seiner Gemeinde Gemeindewachstum erlebt hat. Schnell wurde
klar, dass es keine Instant-Packung für Gemeindeaufbau gibt, die man
nur aufreißen und anrühren muss und schon wird Gemeinde gebaut. Auch
geht es nicht um einige besondere Methoden oder Werkzeuge, die man
einfach anwenden muss, um zum Ziel zu kommen. Vielmehr ist es ein
langer Prozess, der viel Gebet und Geduld erfordert und in den die
ganze Gemeinde einbezogen und an einem Strang ziehen muss. Vergleichbar
mit einem Bauern: Der sorgt sich mit seinen Arbeitern darum, dass der
Boden bereitet und gelockert wird. Er sorgt für gute Nährstoffe und
Bewässerung. Beobachtet das Wetter. Hat den Zeitplan von Wachstum und
Ernte im Kopf und weiß, dass es sinnlos ist, wenn das erste Hälmchen
aus der Erde sprießt, es durch ziehen schneller groß zu bekommen. Es
muss wachsen können in einer für die Pflanze lebensfreundlichen
Umgebung. Genauso die Kirchgemeinde: Es gibt Dinge, die sind einfach
nötig, zu tun, um die Wachstumsbedingungen zu ermöglichen und dann gibt
es Dinge, die stehen nicht in unserer Hand und es braucht Geduld für
das Wachsen und sich entwickeln und immerwährende Pflege des zarten
Pflänzchens.
Sieben Bedingungen haben wir ausführlich besprochen, die Kennzeichen wachsender Gemeinden sind und sie auszeichnen:
1. Bevollmächtigende Leiterschaft mit Vision und Hingabe 2. Glauben weckende Verkündigung, die Evangelisation stärkt und den Gottesdienst prägt 3. Kleingruppen als tragende Zellen der Gemeinde in einem Netzwerk 4. Kirchgemeinde als Heil-Land (heilende Gemeinschaft) 5. Begleitung auf dem Weg zur Reife (Jüngerschaft und Nachfolge fördern) 6. Mitarbeiter nach Stärken und Gaben einsetzen 7. Anbetung und Gebet in der Mitte
Das
alles liest sich ziemlich einfach, doch erfordert es große Reife und
viele kleine Schritte, um an diesen Wachstumsbedingungen zu arbeiten
und für unsere Gemeinde die nötigen Schritte abzuleiten. Hier sind wir
alle – jeder einzelne – gefragt. Ich bin gespannt auf die Weiterarbeit
an diesem Thema. Fürs erste haben die Kirchvorsteher beschlossen,
Gebet, Anbetung und Lobpreis in den Vordergrund zu stellen und zu
fördern. Auch die netzwerkartige Verbindung bestehender und neu sich
gründender Kleingruppen gilt als Schwerpunkt für die nächsten Schritte.
Euer Pfr. Bernhard Fuß
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Kirchgemeinde Lauterbach im Erzgebirge | 
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